New Work & Ich

Langsam bitte!

Unsere Welt ist durch die Coronakrise von einem Tag auf den anderen total entschleunigt. Man muss/darf nirgendwo mehr hin, die Frage nach der Freizeitgestaltung hat sich weitgehend erledigt (Spazierengehen!) und die Frage wen man am Wochenende trifft stellt sich auch nicht mehr. Klar, manche von uns haben auch jetzt privat oder beruflich einiges um die Ohren. Aber dennoch machen sich die Ausgangsbeschränkungen im Alltag durch die Abwesenheit von Menschenmassen und Autos auf den Straßen deutlich bemerkbar.

Gleichzeitig entsteht an jeder Ecke Neues. Alles was nicht niet- und nagelfest ist findet online statt oder wird nach Hause geliefert. Der Yogakurs, die Spieleabende mit Freunden, das Kaffeekränzchen mit der Oma, Bücher vom Lieblingsbuchladen, Semmeln vom Bäcker um die Ecke und der Kuchen vom Stammkaffee. Auch Nachbarschaftshilfe wird digital angeboten und auch der Kindergarten findet natürlich ebenfalls remote statt. Gleichzeitig sind Unternehmen oder ganze Branchen fieberhaft auf der Suche nach einem digitalen Geschäftsmodell.

Veränderung findet dann statt, wenn’s weh tut

Dieser Aspekt der Krise macht mir Mut und bestätigt mal wieder den alten Leitsatz aus der Change-Theorie: Echte Veränderung findet dann statt, wenn’s weh tut. Und nur dann. Ich bin davon überzeugt, dass wir nach Corona nicht einfach in unseren alten Trott zurückfallen werden. Einige der Dinge, die jetzt entstehen, werden überdauern und Teil unseres neuen Alltags werden.

Die Weisheit, dass Veränderung und Innovation Zeit und Ruhe zum Nachdenken erfordert ist ja nicht neu. Den schönen Satz „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“ kennt auch jeder von uns. Doch warum fällt es uns so schwer dieses Wissen in die Tat umzusetzen? Ich bewundere alle, die es auch im hektischen Alltag schaffen sich zurückzuziehen und sich die Zeit für die Dinge zu nehmen, an denen sie arbeiten möchten. Und mit arbeiten meine ich entwickeln, Ideen sammeln und Neues schaffen. Ich bin da leider auch keine Ausnahme. Und die Menschen, die eine sind, sind meist außerordentlich erfolgreich. Auch diesen Blog gibt nur, weil die Situation gerade so ist wie sie ist.

Ab jetzt mit Disziplin!

Die Gründe dafür, dass es uns so schwer fällt uns zu fokussieren sind vielfältig. Unsere Welt hat allerhand Ablenkungen parat und die meisten Menschen – mich eingeschlossen – gehen gerne den Weg des geringsten Widerstands. Und sich Zeit freizuschaufeln und diese Zeit auch gegen alle Widrigkeiten zu verteidigen (mal schnell was im Internet schauen, noch eine Waschmaschine anschmeißen, gefühlt überfällige E-Mails bearbeiten) kostet Kraft und braucht viel Disziplin. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir dabei Routinen helfen. Jeden Mittag wird gebloggt, egal ob ich im ersten Moment dazu Lust habe oder nicht. Wenn ich dann mal angefangen habe, ist alles gut. Vielleicht gelingt es mir ja, diese Konsequenz und diesen Flow in die Zeit danach mitzunehmen. Wünschenswert wäre es!

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