New Work & Ich

Was ist das eigentlich, diese Neue Arbeit?

Dieses New Work, das ist das eigentlich? Diese Frage bekomme ich immer mal wieder gestellt. Und ich finde, sie ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wer einmal nach einer Definition im Netz gesucht hat, stoßt in der Regel auf den Namen Frithjof Bergmann und eine Geschichte rund und die Automobilstadt Flint in Michigan. Als Antwort auf die Automatisierung der Automobilindustrie gründete er sogenannte ‚Zentren für neue Arbeit‘. Was davon Legende ist und was Fakt, bleibt dahingestellt.

Unabhängig davon tragen Bergmanns Grundideen auch heute noch und bilden für mich die Wurzel der New Work Bewegung. „Nicht wir sollten der Arbeit dienen, sondern die Arbeit sollte uns dienen. Die Arbeit (…) sollte uns mehr Kraft und Energie verleihen (…), bei unserer Entwicklung unterstützen, lebendigere, vollständigere Menschen zu werden.“ Auch heute stehen wir vor einer sich massiv verändernden Welt. Neben der Automatisierung sind Globalisierung, Demografie und Digitalisierung wesentliche Treiber. Und die Coronakrise natürlich. Im besten Fall ist die Neue Arbeit eine Antwort auf diese Herausforderungen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit den Methoden und Mechanismen der „alten“ Welt nicht schnell und flexibel genug auf die Herausforderungen reagieren könne. Ganz zu Schweigen davon, dass wir mit dem bisherigen Handeln unsere Lebensgrundlage zerstören.

Die New Work Charta

Aber zurück zum Begriff New Work. Am besten lässt er sich für mich wertebasiert beschreiben. Die Plattform Humanfy rund um Co-Founder Markus Väth hat eine Charta für New Work veröffentlicht. Die Autoren nennen die fünf Grundwerte Freiheit, Selbstverantwortung, Sinn, Entwicklung und soziale Verantwortung als Prinzipien von New Work.

Mir gefällt dieser Ansatz gut, weil er auf einem positiven Menschenbild aufsetzt und klar macht, dass es bei New Work nicht (nur) um Obstschalen und Firmenevents geht. Wer glaubhaft in die Welt der Neuen Arbeit einsteigen will, muss sich ernsthaft mit sich selbst und seinen Werten auseinandersetzten. Die meisten von uns sind durch Erziehung und Ausbildung auf Leistungsorientierung und Kontrolle getrimmt. Diese Konzepte sind sehr stark in unserer Kultur verankert und unser ganzes Gesellschaftssystem baut darauf auf. Sozialleistungen bekommt nur, wer sich einer rigiden Kontrolle unterwirft. Kinder bekommen schon im Grundschulalter vermittelt, dass Leistung das ist was zählt. Das alles kann man jetzt gut oder schlecht finden – Fakt ist, dass das nicht die optimalen Voraussetzungen sind um Menschen zu formen, die im Sinne der Neuen Arbeit an den Herausforderungen unserer Zeit arbeiten solle.

Mein Weg zu New Work

Ich merke das ganz stark auch immer wieder an mir selbst. In der Regel versuche ich mein Handeln an meinen Werten auszurichten. Gerade diese Woche habe ich aber wieder gemerkt, dass ich unter Stress in alte Muster zurückfalle. Irgendwas funktioniert nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe? Kontrolle! Es ist viel zu tun und es entsteht Druck? Schneller und noch mehr arbeiten! Die dahinterliegenden Muster und Glaubenssätze zu durchbrechen ist unglaublich schwer. Was mir hilft sind kleine Auszeiten und Zeit für die Reflektion. Den Autopiloten immer wieder abschalten und in sich hinein hören.

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