New Work Privat

Trotz Kindern zu Hause arbeiten

Heute geht es mal nicht um die beruflichen Aspekte von New Work, sondern um die Privaten. Mein Partner rund ich versuchen die Erwerbs- und Carearbeit gleichberechtigt zu verteilen. So weit, so schön. In der Praxis bedeutet das momentan zwei Arbeitende und zwei Kleinkindern auf 90 qm unter einen Hut zu bringen. Nicht immer ganz einfach.

Gerade in der aktuellen Situation treten für mich die Unterschiede, zwischen Eltern mit einem traditionellen Rollenmodell und Menschen wir uns, recht deutlich zu Tage. Während andere einfach im häuslichen Büro in Ruhe arbeiten während der (oder besser die) andere auf die Kinder aufpasst, arbeiten wir im Schichtbetrieb. Kinderbetreuung – Arbeit – Kinderbetreuung – Arbeit. Dazwischen Essen kochen und mit den Kindern diskutieren, warum zwei Stunden ‚Sendung mit der Maus‘ genug sind. Und dann noch schnell  mit dem Partner über die Arbeitszeit verhandelt – „Du, ich hätte da am Nachmittag noch einen Call…“.

Das hat durchaus Konfliktpotential und führt zu den seltenen Momenten, in denen ich auf Menschen mit eine klaren Rollenverteilung neidisch bin. Denn die haben momentan meiner Meinung nach weniger Stress. Oder zumindest anderen. Klar, ich habe mir das so ausgesucht und möchte auch nicht tauschen. Einen spannenden Job zu haben und gleichzeitig viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, ist nicht selbstverständlich. Für die meisten Frauen hat sich bis vor wenigen Jahrzehnten die Frage, ob und wie man mit Kindern weiterarbeitet, nicht gestellt.

Unterschiedliche Rollenmodelle

Auf der anderen Seite nehme ich aber auch wahr, dass ein Modell wie unseres immer noch selten ist. Klar, die meisten Frauen arbeiten – in vielen Fällen aber deutlich weniger als ihre Partner. Und damit lastet auch der Großteil der Arbeit zu Hause auf ihren Schultern. In vielen Fällen führt das dann dazu, dass die Frauen arbeiten UND sich um Kinder und Haushalt kümmern. Und die Männer arbeiten und gehen am Wochenende mal einkaufen. Unter gerecht stelle ich mir was anderes vor.

Ich frage mich, woran das liegt. An den Frauen, die nicht wollen oder das nicht einfordern? Oder an den Männern, die nicht bereit sind für die Familie beruflich ein Stück vom Gas zu gehen? In der Realität ist es sicher eine Kombination aus beidem. Auch die äußeren Umstände wie fehlende Kinderbetreuung und der Gender Pay Gap spielen eine große Rolle. Und klar, jede*r sollte sein Leben so gestalten können, wie er möchte. Aber eben möchte und nicht muss.

Ich kann nicht glauben, dass so wenige Frauen so ticken wie ich. Ich liebe meine Kinder, gleichzeitig möchte ich für sie nicht auf meine Arbeit verzichten müssen. Und mit Arbeit meine ich alles, was ich im beruflichen Kontext tue. Da ist natürlich mal in erster Linie mein Job, aber auch die zugehörigen Kontakte und die Beschäftigung mit nebenberuflichen Themen wie diesem Blog, möchte ich nicht missen. Gleichzeitig ist mir sehr bewusst, dass ich das nur machen kann, weil mein Partner sich gleichberechtigt um Kinder und Haushalt kümmert. Sonst würde ich das nicht schaffen.

Homeoffice mit Kindern organisieren

Aber zurück zum Thema: Was hilft denn jetzt wirklich, um den Arbeitsalltag zu Hause gut zu organisieren? Folgende Tipps möchte ich mit euch teilen:

  • Klare Zeiten vereinbaren: Wer arbeitet wann und wer kümmert sich wann um die Kinder? Work-Life-Blend mit Kindern stresst alle.
  • Einen festen, möglichst ruhigen Arbeitsplatz einrichten: Auch wenn kein eigenes Arbeitszimmer vorhanden ist, kann vielleicht ein anderer Raum/Bereich genutzt werden. Kinder können dann besser verstehen, dass der eine Elternteil gerade ‚in der Arbeit‘ ist.
  • Einen Tagesplan aufstellen: Einen Tagesplan mit den Kindern basteln und jeden Tag besprechen, was heute wann gemacht wird. Für kleine Kinder Symbole statt Text nutzen. Hilft auch den Erwachsenen, bei der Aufteilung der Arbeitszeiten.
  • Kurze Auszeiten: Immer wieder mal kurze Auszeiten schaffen – fünf Minuten länger auf dem Klo bleiben als nötig, kurz zum Briefkasten laufen (alleine!) oder abends mal Laufen gehen.

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