New Work Privat

New Work als Hausfrau?!

Ich habe diese Woche das erste Mal in meinem in einem Formular als Status ‚Hausfrau‘ angekreuzt. Das hat mich erstmal echt erschreckt. Und nachdenklich gemacht. Wer meine Story verfolgt hat weiß, dass ich gerade entschieden habe nochmal ein halbes Jahr Elternzeit zu nehmen. Um den ganzen Coronawahnsinn zu verarbeiten und für den kommenden Winter mit Kita-Schließungen und Co gewappnet zu sein.

Die Entscheidung ist nicht hoppla hopp gefallen, sondern ist in den letzten Monaten gereift. Warum jetzt also diese Panik? Zunächst einmal verstoße ich mit diesem Schritt gegen vieles, woran ich glaube. Und das ist Gleichberechtigung und die heilende Wirkung von Arbeit. Zum einen bin ich fest davon überzeugt, dass Kinder und Väter davon profitieren, wenn nicht nur die Mütter erziehen. Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass zu viel Zeit für Haushalt und Kinder in Putzwahn und Helikopterelterntum enden könnte. Zumindest bei mir.

Wenn die Arbeit plötzlich weg ist

Gleichzeitig ist und war mir meine Arbeit immer wichtig war und ist ein wesentlicher Teil von mir ist. Und der ist jetzt plötzlich weg. Klar, weiß ich, dass das keine Entscheidung für immer ist, sondern nur für ein halbes Jahr. Und ich mir dadurch das Leben unten den Umständen erstmal einfacher mache – die Verhandlungen um die Aufteilung der Arbeitszeiten und der damit verbundene Stress fallen erstmal weg. Aber so ganz kann mich das nicht beruhigen.

Der Grund dafür mag sein, dass Arbeit immer ein großer Teil meiner Identität war und ist. In der Arbeit erlebe ich Erfolg und Anerkennung, für das was ich bin und tue. Kinder sind da weniger dankbar. Die beschweren sich vor allem, wenn was nicht passt: „MAMA, WO IST MEIN EINHORNPULLI!!!“ Und für’s Putzen und Einkaufen bedankt sich auch nur selten ein Familienmitglied bei mir. Jetzt wäre es gut, wenn man aus sich heraus eine Anerkennung und Wertschätzung für sich selbst mitbringen würde.

Sich selbst Wert schätzen

Aber habe ich die? Ich bin mir tatsächlich nicht sicher. Und das ist ja schon interessant. Als New Work Fan bin ich generell der Ansicht, dass Arbeit ein wichtiger Teil des Lebens sein darf. Wenn sie gut für alle Beteiligten ist und Sinn stiftet. Aus dieser Perspektive scheint es völlig in Ordnung, aus dieser Arbeit Bestätigung und Anerkennung zu generieren. Gleichzeitig steckt in diesem Mechanismus aber auch die Gefahr, abhängig davon zu werden. Dann arbeiten wir nicht mehr aus Überzeugung und dem Sinnaspekt heraus, sondern hecheln einem Belohnungsmechanismus hinterher. Klingt gleich nicht mehr so schön.

Für mich heißt das wohl in den nächsten Monaten noch mehr in mich reinzuhören und herauszufinden, wer ich eigentlich bin und was mich antreibt. Auch ohne Arbeit im Moment.

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