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Let things grow – Persönliche Ziele erreichen

Ich befinde mich gerade beruflichen Zwangspause. Die letzten 15 Jahre habe ich immer gearbeitet, nur unterbrochen durch die üblichen Urlaube und zwei relativ kurze Elternzeiten. Da bleibt wenig Raum zum Innehalten und Ausruhen. In meiner aktuellen Situation ist das plötzlich anders. Oft sitze ich einfach nur da und schaue den Pflanzen in meinem Garten beim Wachsen zu. Gurken beispielsweise sind da sehr dankbar – da tut sich richtig was.

Aber im Ernst: Mir ist bewusst geworden, wie wenig Zeit wir den Dingen im Alltag oft geben, sich zu entwickeln. Ständig scheuchen wir die Kindern vor uns her und versuchen sie durch mehr oder weniger freundlichen Druck zu irgendwas zu bewegen. Und auch auf der beruflichen Kontext sind wir es gewohnt, immer anzuschieben. Bei den Kollegen*innen nachzuhaken, ob diese oder jene Aufgabe schon erledigt ist. Oder im Zweifel uns selbst Vorwürfe zu machen, warum wie dieses oder jenes noch nicht erreicht haben.

Das ‚richtige‘ Ziele macht’s

Inzwischen weiß ich, dass es genau so nicht läuft. Zumindest für mich. Wenn ich unmäßig Energie investieren muss, jage ich meistens den falschen Dingen hinterher. Und das ist viel öfter der Fall, als ich mir im ersten Moment eingestehen möchte. Mit der Frage ‚An welchem Thema bin ich gerade dran, dass mich viel Energie kostet und wenig zurückgibt?‘ komme ich entsprechenden Themen auf die Spur. Aber wie kann es anders gehen? Nichts mehr erreichen wollen und alles dem Zufall oder auch Schicksal überlassen?

Für mich ist es essenziell das ‚richtige‘ Ziel zu kennen – der Weg wird sich dann ergeben. Darum ist es so wichtig, Zeit und Energie dafür zu verwenden, Ziele zu identifizieren und zu visualisieren. Gleichzeitig muss ich ehrlich prüfen, ob ein Vorhaben wirklich mit meinen Rahmenbedingungen und Werte übereinstimmt. Und das ist manchmal gar nicht so angenehm.

Smart zum Ziel

Arbeite ich hingegen mit ganzer Kraft auf etwas hin, dass vielleicht gar nicht zu mir und/oder den Rahmenbedingungen passt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich das Ziel nicht erreiche oder zumindest nur mit großer Anstrengung. Und am Schluss habe ich mich dann für etwas abgerackert, was ich eigentlich gar nicht haben will oder brauchen kann. Und das bringt keinen weiter.

Das bedeutet nicht, dass mir die Dinge einfach in den Schoß fallen, wenn ich nur weiß, was ich will. Den Weg muss jede*er immer noch selber gehen. Aber er wird vergleichsweise leicht erscheinen und führt vermutlich eher zum Erfolg. Und Geduld spielt bei der ganzen Geschichte natürlich auch eine große Rolle. Die Kunst ist es die Dinge zu sich kommen zu lassen, ohne passiv oder nervös zu werden. So geht es zumindest mir.

Bis es soweit ist, bleibe ich also bei den Gurken in meinem Garten. Die Dinger wachsen tatsächlich ganz von allein, solange ich sie ausreichend gieße und hin und wieder daran herumzupfe. Und das tatsächlich ohne, dass ich sie ständig daran erinnere. Vielleicht schaffe ich es in Zukunft ja auch, mit meinen Wünschen und Zielen ähnlich geduldig zu sein.

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